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|| Archiv CD-Tipps 2008 - 2010 || 2011 - 2016 ||

 

31.01.2017: Austra - Future Politics

 

Frauenprojekte in der elektronischen Musik sind nicht ganz so weit verbreitet, wie wir es manchmal glauben. Und dann unter den wenigen Projekten auch noch die guten zu filtern, ist meist noch schwerer. Einfach, weil die Bandbreite nicht vorhanden ist.

Ein Ausnahmeprojekt ist ohne Zweifel die Band AUSTRA. Die kanadische Band veröffentlicht mit „Future Politics“ bereits ihr drittes Album und malt elektronische Bilder an die Wand, die zu dieser Zeit ihresgleichen suchen. Ist es Musik für den Tanzboden oder doch eher zum Zurücklehnen und zuhören? Gekonnt verschwimmen bei dieser Platte die Grenzen. Die Stimme von Katie Stelman schwankt zwischen der elfengleichen Atmosphäre einer Susan Sundfor und manchmal auch einer Übergestalt wie Björk. Die Tracks sind experimentell und doch fesselnd.

Die erste Single „Utopia“ hat mich gleich gefangengenommen. Wundervoller Elektropop mit weichen Melodien und treibendem Beat. „I am a monster“ klingt wie ein Seelenstriptease, wenn man ganz unten angekommen ist. „I dont feel nothing anymore“ klagt Stelman und vor meinem geistigen Auge sehe ich eine Gestalt im freien Fall. Die Welt um sie herum rauscht vorbei und sie kann nur noch beobachten und fühlt bei allem, was um sie herum passiert, nichts. Egal ob persönliche Tragik oder die depressive Endzeitstimmung in der Welt. Es rauscht unaufhaltsam an ihr vorbei und lässt sich nicht stoppen.

Aber nicht die ganze Platte strotzt vor depressiver Melancholie. Eine gewisse Hoffnung setzt bereits bei „Angel in your eye“ und spitzt sich in dem sehr tanzbaren „Freepower“ weiter zu. Macht Euch frei von den Zwängen, die Ihr Euch selber angeeignet habt und Euch durch die Medien und der Technik aufdiktiert wurden.

„Future Politics“ strotzt für mich voller Widersprüche in sich. AUSTRA malen uns eine Zukunft, die wir nicht bestimmen oder erahnen können. Sie haben auf der langen Reise eine Platte kreiert, die besser das Heute und Morgen nicht beschreiben kann. Der Tanz auf dem Vulkan und das Lecken der Wunden danach. Die Welt steht am Abgrund, und wir schauen über den Rand und erwarten voller Freude das Grauen. So würde ich „Future Politics“ am ehesten beschreiben. Keine Platte für das Autoradio, mehr für den Klangfanatiker, den Zuhörer, den Genießer.

Am Ende des Tunnels wartet Stelman und breitet ihre Arme aus. Wir sind nicht in Sicherheit, aber wir sind entschleunigt. Mehr brauchen wir doch im Moment auch gar nicht.

 

05.01.2017: Mono Inc - Together Till The End

 

In den letzten Jahren habe ich Martin Engler und seine Mitstreiter von Mono Inc. in mein kleines Herz geschlossen. Wenn ich mich so durch ihren Backkatalog höre, finde ich keine einzige Platte, die mich enttäuscht hat, und ich rechne den vieren hoch an, dass sie sich auf der Bühne im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch abgespielt haben. Wie sie das konditionell aushalten, ist mir ein Rätsel. Aber wenn man Mono Inc. schon mal live gesehen hat weiß man, dass sie Spaß an der Sache haben und immer wieder den Ehrgeiz verspüren, immer die beste Show zu spielen.

Nachdem es sie mit dem letzten, mittlerweile auch schon zwei Jahre alten Album „Terlingua“ in den wilden Westen verschlagen hatte, sind sie diesmal in See gestochen um gemeinsam die Weltmeere bis zum bitteren Ende zu bereisen. Dabei wirkt der Titel der neuen Platte mit „Together Till The End“ für mich etwas doppeldeutig. Zum einen als Treueschwur, zum anderen wie ein Abschied. Und dieser Faden zieht sich für mich durch das gesamte Album. Sie gehören zusammen und keiner ohne den anderen.

Der Opener „The Banks Of Eden“ beschwört den Seefahrergott herauf, und eine maritime Stimmung kommt schon auf, wenn Engler das Schiff durch den Sturm steuert. Mit viel Humor klingt es wie ein Seemannslied. Mono Inc. meets Santiago. Nur nicht so abgedroschen, sondern so wie Mono Inc. es am besten können. Sie erzählen eine Geschichte von Abschiedsschmerz, aber das Schiff muss hinaus in die See.

Das albumbetitelnde „Together till the end“ ist da schon mehr wieder der Engler, wie ich ihn kenne. Die Einheit wird beschworen. Der Mann hat eine Hand für gute Melodien und verpackt diese mit Hilfe seiner Mitstreiter in ein Stück, dass wir vielleicht schon mal gehört haben, aber trotzdem anders und neu sind. Düsterer wird es dagegen schon bei dem Stück „Boatman“. Ein Stück, das sich gleich beim ersten hören in mein Hirn gebrannt hat. Nicht nur, weil kein geringerer als Ronan Harris (VNV Nation) hier sein Debüt als Duettpartner gibt. Das Stück ist einfach ein Brett. Wie oft haben wir schon nach demjenigen gerufen, der uns weit weg von dem bringt, was wir nicht mehr ertragen können oder wollen. Das Stück bereitet mir eine eisige Gänsehaut, was dieses Mal gar nicht so unangenehm ist.

Ein weiteres Highlight auf der Platte ist mit Sicherheit „Children of the dark“. Hier haben Mono Inc gleich mehrere Gäste eingeladen. Martin Engler teilt sich den Gesang mit keinen geringeren als Joachim Witt, Tilo Wolff (Lacrimosa) und Chris Harms (Lord Of The Lost). Der Track hat das Zeug zur Hymne der dunklen Szene und so wird es auch gepusht. „Forever and a day“ ist ein weiteres Stück in dem Abschiedsschmerzpuzzle der Platte. Es ist ein kleiner Blick in den Spiegel, wo wir einsehen müssen, dass nicht alles wirklich immer so schön ist, da wir uns immer wieder selber ein Bein stellen. Den Refrain singt Engler hier zusammen mit Kata Mia, der Schlagzeugerin der Band. Warum bekommt sie eigentlich bei ihrem stimmlichen Können nicht mal einen Solotrack? Verdient hätte sie es schon so lange.

Abgeschlossen wird das Album durch das Stück „This is my life“, was ein bisschen für mich wie eine Erklärung ist für das, was in der nächsten Zukunft kommen wird. Engler beruft sich darauf, sein Leben zu leben und er steht dafür ein, was er macht. Bis zum Ende seines Lebens. Egal, wo der Ozean hinführen wird. Die Reise ist noch nicht zu Ende.

 Was mir beim durchhören der Platte auffällt ist, dass Mono Inc. konsequent auf deutsche Texte verzichten. Ebenso sind die Texte zwar voller subtiler Aussagen, aber ohne persönlichen Bezug zu nehmen. Einen Gefühlsausbruch wie bei „An klaren Tagen“ gibt es dieses Mal nicht. Vielmehr besticht die Platte durch ihre Geschlossenheit in der Thematik des Seefahrers.

 Als der Albumtitel bekannt gegeben wurde, klang alles nach Treueschwur und als das Cover veröffentlicht wurde, sah es aus, wie eine große Reise, die niemals enden könnte. Doch unlängst hat Martin Engler auf der vergangenen Tour angekündigt, dass Mono Inc. sich nach diesem Album und der folgenden Tour aus dem Rampenlicht zurückziehen wird. Ob für eine kurze Pause oder doch für immer bleibt abzuwarten.

14.12.2016: The Boss Hoss - Dos Bros Live

 

Ich weiß ehrlich nicht, was alle an The Boss Hoss so finden. Okay, durch ihre Auftritte als Jury bei „The Voive“ und als Gäste bei „Sing mein Song“ haben sie ihren Bekanntheitsgrad nochmals erhöht. Wenn man bedenkt, wo die Jungs her kommen, muss man schon seinen Hut ziehen. Sie haben sich in den letzten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes, den Arsch abgespielt. Und gerade live sind The Boss Hoss eine große Bank. Das habe ich vor ein paar Jahren, bei ihrer ersten Fulltime-Live-DVD „Flames of Fame“ schon mal erleben können. Selbst wenn man sonst ihre Musik nicht so mag, irgendwann lässt man sich von den Livequalitäten von The Boss Hoss anstecken.

Als Dankeschön an die Fans haben sie jetzt das kleine Livealbum „Dos Bros Live“ plus DVD auf den Markt geworfen. Und auch hier passiert es wieder, dass man sich von der Show unweigerlich anstecken lässt. Die Jungs sind dabei gar nicht so ansehlich, trotzdem stehen die Frauen drauf. Warum nur? Das Album, sowie die DVD enthalten die besten Tracks des gleichnamigen Studioalbums plus ein paar ganz wenige Zugaben.

Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn sie „Joline“ zusammen, wie wir es alle kennen, mit den Common Linnets geträllert hätten, aber wir können ja nicht alles haben. Als kleines Geschenk unter dem Gabentisch macht sie das Album ganz gut. Es als Fulltimealbum würde ich es nicht bezeichnen wollen, aber als Geschenk an die Fans für die letzten zwei Jahre erfüllt es seinen Zweck. Leider wird aber das Liveerlebnis dadurch ein wenig getrübt, dass die DVD aus einzelnen Clips besteht und die Tracks nicht als komplettes Konzert zusammen geschnitten wurden. Das hätte man besser machen können. Die DVD lebt von schnellen Schnitten und einem wirklichen guten Bild. Im Audiobereich ist die DVD sowie die CD verdammt gut gemischt. Was das Ganze noch amüsanter macht ist, wenn man in den ersten Reihen des Publikums tatsächlich bekannte Gesichter sieht.

11.12.2016: Eisfabrik - Achtzehnhundertunderfroren

 

Als ich das erste Mal von Eisfabrik gehört habe, hatte ich befürchtet, dass es sich wieder einmal um ein Projekt ohne lange Halbwertzeit handelt. Aber schon das erste Album „Eisplanet“ (2015) hat mich positiv überrascht. Die gemeinsame Tour mit Mono Inc. lief für das Trio auch recht erfolgreich. So ist es kein Wunder, dass Eisfabrik jetzt bereits mit dem zweiten Album „Achtzehnhundertunderfroren“ nachlegen.

Die Platte macht im Großen und Ganzen da weiter, wo „Eisplanet“ an seine Grenzen gestoßen ist und geht noch ein großes Stück weiter. Treibende Beats, grandiose Melodien und so ziemlich jedes Stück auf der Platte ein potenzieller Floorfiller. Schon der hymnenhafte Opener „The Coldest Summer“ lädt auf eine Reise in die kalten Regionen der Erde ein und lässt das Eis schnell schmelzen. Und es geht so auch weiter. Die drei Jungs von Eisplanet haben ihr Handwerk gelernt und die Maschinen fest im Griff. Die Platte auf Zimmerlautstärke zu drehen grenzt an ein Verbrechen. „A Murdered Love“ lässt sich fast mit nichts szeneähnlichem vergleichen. Futurepop oder doch Hardfloor-EBM? Das Weiß ist das neue Schwarz.

Aber Eisfabrik können nicht nur laut und hart wie Väterchen Frost sein. Electro und deutsche Texte können schnell peinlich wirken. Die beiden Stücke „Zu den Sternen“ und „Die letzte Seefahrt“ zeugen von dem Können, nicht nur gute Musik, sondern gute Texte zu kreieren und beides so zu kombinieren, dass es Ohrwurmcharakter hat. „Zu den Sternen“ ist eine Liebesbotschaft eines einsamen Kämpfers, der sehnsüchtig nach seinem Herzmenschen sucht.

„Die letzte Seefahrt“, der Track mit dem das Album endet, hat was von Abschied vom Leben. Den Tod vor den Augen. Besser kann so eine vielfältige Platte kaum enden. Das Tempo wird gedrosselt, bevor sich Eisfabrik wieder auf die Reise machen.

Wohin wird die Reise gehen? Eisfabrik haben mit „Achzehnhundertunderfroren“ bewiesen, dass sie keine Eintagsfliege in der Electroszene sein werden, sondern dass die nächste Generation der Bands, auf die man sich freuen kann, bereits in den Startlöchern steht. Live sind Eisfabrik nicht weniger faszinierend als auf Platte. Da kann es dann schon mal sein, dass ein Yeti auf der Bühne tanzt, ein Roboter seinen Auftritt genießt, und dass es schneit. Die Jungs lassen sich was einfallen. Von daher kann man sich auf die anstehende Club-Tour Anfang 2017 schon jetzt freuen.

11.12.2016: KNIGHT$ - What's your poison e.p.

 

Ja, was soll ich sagen. Die Achtziger leben immer noch und sind nicht totzukriegen. Immer wieder gibt es Bands, die ihren Einfluss in dem Jahrzehnt der Schulterpolster suchen. Einige besser, andere eben nicht. Eine der für mich besten Bands, die in diesem Genre jagen, sind seit vielen Jahren Zoot Woman aus England. Aus Deutschland schwappte dieses Jahr Drangsal auf den Markt und versprach auch so einiges.

Jetzt gibt es aus England das nächste Achtziger-Ding. KNIGHT$ nennt sich die Formation und hat gerade die erste E.P. „What‘s Your Poison“ veröffentlicht. Ich bin überrascht, wie sehr sich KNIGHT$ an die Vorlagen aus Italopop und 80s-Disco doch halten.

Ich fühle mich schon fast genötigt, die vier Stücke ein weiteres Mal durchlaufen zu lassen, weil eine positive Stimmung erzeugt wird. Der Titeltrack geht ins Ohr und bleibt da auch wie ein lästiger Parasit hängen. Bei mir zumindest, bis ich zu dem Track „What we leave behind“ komme. Der Teufel liegt im Detail, und ich habe immer schon meine Favoriten auf B-Seiten und bei Bonustracks gefunden, die mich mehr begeistern als die eigentliche Single. Einziges Manko ist bei dem Stück, dass es mit zweieinhalb Minuten viel zu kurz ist. Hier hätte ich gerne eine gute alte Extended-Version auf mehrfarbigem Vinyl, die ich immer wieder drehen lassen würde.

Ein gutes Debüt, das aufhorchen lässt. Bleibt allerdings zu hoffen, dass KNIGHT$ auch langfristig so überzeugen können, ähnlich wie Zoot Woman, und immer wieder durch kleine Nuancen an den Reglern überraschen können.

KNIGHT$ ist derzeit in Deutschland als Support bei den Shows von Melotron auch live zu bewundern.

 

19.10.2016: The Mission - Another Fall From Grace

Dass ich von The Mission nochmal was zu hören bekomme, daran habe ich doch schon fast nicht mehr geglaubt. Und wenn es qualitativ eine so hochkarätige Platte wie „Another Fall From Grace “ist, dann hat sich das Warten mehr als gelohnt.

The Mission machen für mich quasi da weiter, wo sie mit ihrem letzten Album „The Brightest Light“ (2013) aufgehört haben. Einfühlsame Tracks, die immer wieder eine gewisse düstere Atmosphäre in sich tragen.

Wayne Husseys tiefe Stimme bereitet mir immer wieder Wohlbehagen. Natürlich sind die großen Zeiten von The Mission auch schon länger vorbei, was aber ihrer Kreativität keinen Abbruch tut. „Another Fall From Grace“ bietet für mich eine Zeitreise, ohne altbacken zu wirken. The Mission biedern sich nicht aktuellen Trends an, oder neuen Produzenten, die ihre Platten charttauglich pimpen. Und das ist auch gut so.

Schon der Albumtitel gebende Opener zeigt mir, ich bin wieder angekommen, wo ich mich wohlfühle. Das sind die Klänge, die ich als Soundtrack für diesen Herbst brauche. Meine absoluten Favoriten sind auf der Platte aber dann doch „Meet  Amor Phosis“ oder das bluesige „Only You & You alone“. Ich bekomme gerade bei letzterem eine wahre Gänsehaut. Kerze, Glas Rotwein und diese Platte. Danke!!!

Live sind The Mission immer schon eine sichere Bank gewesen. So wird es mit Sicherheit auch wieder auf dieser Tour sein, die ich persönlich jedem nur ans Herz legen kann.

27.09.2016: Beyond Obsession - Moments Of Truth

 

Es ist als Newcomer schon eine schwere Last. Das erste Album, oh wie toll und aufregend. Das zweite Album mit der großen Angst, ob man irgendwie an das Debut heran kommt. Der große Befreiungsschlag kommt dann meist mit der dritten Platte. Hier kann man die gemachten musikalischen Erfahrungen einfließen lassen und reflektieren, was man vielleicht bei den beiden Vorgängern besser gemacht hätte.

Zum großen hörbaren Befreiungsschlag haben Beyond Obsession jetzt mit „Moments of Truth“ haben sie sich qualitativ neu positioniert. Eine Lücke mit Einflüssen von OMD bis Howard Jones ausgefüllt, ohne noch irgendwie kopiert zu klingen. Bereits der Opener „Louder“ trägt seinen Namen zu Recht. Ich bin überrascht von der professionellen Energie, die von den beiden ausgeht. Eine sehr schöne Melodie und wie ich zugeben muss, keine Stimme mehr von Sänger Nils, die mir gleich auf die Nerven geht, weil er mir in die Ohren plärrt. Er hat an sich gearbeitet. Davon gehe ich aus, da er auch bei „Weight of Words“, meinem ersten Lieblingstrack auf der Platte, seine Stimme besser benutzt als auf den ersten beiden Alben zusammen.

Ich weiß nicht, was Beyond Obsession gemacht haben, nachdem sie vom Trio zum Duo geschrumpft sind, aber es hat ihnen gut getan. Wer sich die Komposition von „Moment of truth“ anhört, weiß gar nicht recht, wo er jetzt befindet. Im Jahre 2016 oder Irgendwo in den 80ern. Der Track weckt nostalgische Gefühle irgendwo bei Erasure oder OMD. Es ist eine Perle auf der Platte. Die Einfachheit ihrer Frühwerke ist Vielschichtigkeit in den einzelnen Tracks gewichen. Fein gemacht.

Und sie verstellen sich nicht auf „Moments of Truth“. Beyond Obsession können noch so die weißen Martens schnüren. Es sind nette Kerle, die eine Schwäche für Synthiepop haben. Und das ist gut so, da man, wenn ich ehrlich bin, Sänger Nils auch den Bad Boy nicht abnehmen würde.

Dafür können sie aber Drama. „Memories Fade“ ist so ein Track. Ein weiterer Track, wo mir auffällt, dass Beyond Obsession weiter gegangen sind. Ein Saxophon hätte ich jetzt nicht erwartet. Das Stück ist in meinen Augen musikalisch sehr anspruchsvoll und zählt zu meinen Favoriten. Wen verabschiedet Nils in dem Stück? Einen imaginären Freund oder vielleicht doch den abhanden gekommenen dritten Mann, der die beiden musikalisch vielleicht ausgebremst hatte? Wer weiß es schon so genau. Beyond Obsession haben sich wahrlich frei geschwommen und den Grundstein einer interessanten Karriere gelegt. Musik für den homo- und heteroerotischen Dancefloor zu gleichen Anteilen. Mehr davon, bitte - danke!


     

 

 

 
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